Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Kooperation mit WiWo:

Methodik des Städterankings 2012

In den Niveauindex gehen insgesamt 57 Einzelindikatoren ein, beim Dynamikindex reduziert sich aus Gründen der Datenverfügbarkeit die Anzahl der betrachteten Indikatoren auf 35.

In beiden Rankings werden die Indikatoren zu je vier Bereichen zusammengefasst und verdichtet:

  • Wohlstand (Kaufkraft bzw. Verfügbare Einkommen am Wohnort und Einkommensteuerkraft),
  • Arbeitsmarkt (Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzversorgung und Beschäftigung),
  • Struktur (Wirtschaftsstruktur, Agglomeration, Sozi-kulturelle Struktur und Staat),
  • Standort (Bildung bzw. Humankapital, Infrastruktur, Kosten, Freizeitwert und Bewertung der Unternehmen vor Ort),

Diese vier Bereiche werden wiederum in zwei Gruppen unterteilt. Unterschieden wird dabei zwischen Zielgrößen und Einflussfaktoren, die mit einem Gewicht von je 50 % in den jeweiligen Index eingehen.
Zu den Zielgrößen zählen Wohlstand und die Arbeitsmarktlage, zu den Einflussgrößen die Struktur- und Standortindikatoren.

Wichtig zum Verständnis des Gesamtindikators ist es, dass bei den Zielvariablen ein striktes Wohnortkonzept verfolgt wird. Gefragt wird: Wie hoch ist das Einkommen je Einwohner? Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit? Wie ist die Arbeitsplatzversorgung am Wohnort? Die erzielte Wirtschaftsleistung (BIP) am Arbeitsort geht nicht als Zielgröße, sondern nur als Einflussvariable in den Index ein. Dahinter steht folgende Vorstellung: Die Wirtschaftskraft an einem Standort ist eine erklärende Variable für die Höhe der Einkommen der Einwohner.

Aus den Zielvariablen wurde ein Wohlfahrtsindex aus Wohlstand und Arbeitsmarktlage zusammengefasst. Diese Wohlfahrt am Wohnort ist eine Funktion der Einflussvariablen Struktur und Standort Die Unterscheidung ist notwendig, weil wichtige Einflussgrößen empirisch nicht direkt beobachtbar sind. Es gibt nach wie vor kein geschlossenes regionalökonomisches Modell, welches eine vollständige Spezifizierung zuließe. Diese ist jedoch notwendig. Um den Einfluss der Größen, die man nicht direkt beobachten kann, dennoch abbilden zu können, gehen die Zielvariablen stellvertretend mit einem Gewicht von 50 % ein. Die Gewichte der Einflussfaktoren werden aus einer Mischung von ökonometrischen Schätzungen und Expertensystemen ermittelt. Dabei hilft ein Regressionsverfahren jene Faktoren zu suchen, die die Ausprägung der Zielgrößen erklären können. Die Gewichtung der vier Bereiche sieht so aus:

  • Wohlstand: 25 %
  • Arbeitsmarkt: 25 %
  • Struktur: 30 %
  • Standort: 20 %

Ziel- und Einflussvariablen werden additiv zu einem Gesamtindex zusammengefasst. Für alle Variablen wird eine Hypothese formuliert, wie ein hoher oder niedriger Wert bzw. eine Verbesserung oder Verschlechterung auf den Gesamtindex wirkt. Beispielsweise geht die Erhöhung der Einkommen am Wohnort positiv und eine hohe Arbeitslosigkeit negativ ein.